Archiv für den Autor: Ulrike

Omas Spitzendeckchen

Spitzen-Läufer k 2Dieses Magazin hatte mir meine Tochter Mirja mitgebracht. Sie meinte hierzu, dass es eine typische „Mama“-Zeitung wäre. Es stimmte, denn ich konnte, einmal zur Hand genommen, meine Nase nicht wieder herausnehmen. Unter anderem begeisterte mich ein Artikel, in welchem eine Leserin ihre alten geerbten Spitzendeckchen sinnvoll umgestaltete. Da ich auch noch solche und ähnliche „Schätzchen“ meiner Groß- und Urgroßmutter besitze, wurde dieser Beitrag von mir sogleich umgesetzt. Mir gefällt diese Leichtigkeit meiner Erinnerungen und begleiteten mich den ganzen Sommer.

Mich würde interessieren, ob und wie ihr mit euren Erinnerungsstücken umgeht. Ich würde mich über eure Mails freuen.

Spitzen-Läufer k

 
Lasst es euch gut ergehen   
Unterschrift Mohn
 

saftiger Apfelkuchen

 

saftiger Aupfelkuchen k

In meinem Leben habe ich schon viele Apfelkuchen-Rezepte ausprobiert und verfeinert auf der Suche nach DEM Kuchen. Aber nur dieses Rezept erinnert mich an den Apfelkuchen meiner Urgroßmutter und lässt die Gedanken an ihre mollig warme Küche mit dem großen Sofa und dem Riesentisch wach werden, wo wir uns Sonntags zum gemeinsamen Kaffeetrinken trafen.

3-4 Äpfel je nach Größe – schälen und in Stücke schneiden
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3 Eier
150 g Rohrzucker
125 g geschmolzene Margarine oder flüssige Margarine
gut mit dem Mixer oder Küchenmaschine aufschlagen, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
175 g Philadelphia Doppelrahmstufe zerkleinern
50 ml Apfelsaft oder Milch
100 g Mehl
50 g Speisestärke
2 Teelöffel Backpulver
1/2 Teelöffel Schuhbecks ApfelkuchengewürzZutaten zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten und in die gefettete Kuchenform geben. Obendrauf die vorbereiteten Apfelstückchen, eine Handvoll Mandelblättchen und Zucker verteilen,Im vorgeheizten Bachofen ca. 50 Minuten backen: Umluft 160°, Ober- und Unterhitze 190°
Tipp: falls der Kuchen zu dunkel werden sollte, einfach mit Alufolie abdecken.
Tipp: mit dem Schaschlikspieß aus Holz den Test machen, ob der Kuchen durchgebacken ist

Guten Appetit  🙂

 

BÄRiges

vor langer, langer Zeit habe ich weit über 100 Bären entworfen und genäht. Ich glaube, es gibt nur noch einen Bären bei uns im Haus, den ich genäht habe; alle anderen habe ich meist verschenkt. Es musste jetzt ein neues Familienmitglied her:

Wilma k

 

 

 

 

 

 

 

 

Diesen Bärenschnitt habe nicht selber entworfen sondern gekauft (wo genau, werde ich noch einstellen)

Für heute herzliche BÄRengrüße

Unterschrift Ulrike Blümchenwiese

Rauchen?

Nach fast eineinhalb Jahren wieder in der Bloggerwelt angekommen…

Während dieser Zeit ruhte nicht nur das Bloggen sondern auch mein textiles Schaffen. Den Masterclass-Kurs bei Britta Ankenbauer musste ich leider auch abbrechen. Dennoch habe ich endlich vor einigen Tagen eine Hausaufgabe von Britta fertiggestellt. Sie bat uns damals, aus einem Gegenstand, der uns während des Leipzig-Kurses auffiel, etwas zu kreieren. Nun gab es nichts, was sonderlich meine Aufmerksamkeit erregte als einen Riesenberg an Kippen in der Gosse vor den Werkstätten. Diese wollte ich aber natürlich nicht mitnehmen, also machte ich Fotos. Diese kleine Arbeit nehme ich nun mit in mein Büro und hänge sie dort auf – ich arbeite in einer Lungenfachklinik   😉

Rauchen? 

leider ist auf dem Foto die Masse an Kippen nicht gut zu erkennen, aber ich versichere, dass es sich um Hunderte handelte…

Unterschrift Brille

TAI Round Robin „Mainstream“

Wenn Ihr als Besucher ab und zu bei mir hereinschnuppert, sind Euch meine Beiträge für den Round-Robin meines JahresOnline-Kurses TextileArt-Intensiv -kurz TAI- bekannt. Heute stelle ich die Beiträge meiner „KurskollegInnen“ vor. Ich finde sie alle einzigartig schön und erkenne in jedem Beitrag ihre Handschriften. Vielen Dank dafür!

Marianne

Renate

Sieglinde

Angelika

Britta

Klaus

Textil-Recycling

Allen kunsthandwerklich Textilschaffenden lege ich ans Herz, in die neuen Projekte etwas Altes mit einzubinden. Das schafft noch eine intensivere Verbindung zu der Arbeit und gibt ein gutes Gefühl.
Als ich zufällig einen Bericht von Greenpeace las, musste ich gleich an meine gehorteten Quadrate (15×15 cm) alter Jeans meiner Töchter denken und arbeitete spontan an einer Erinnerung aller umweltbewusst-Denkenden. Der ArtQuilt ist 80x80cm.

Rosten

Ich musste es einfach einmal ausprobieren: Stoffe rosten. Vor einigen Jahren kam das Rostfieber schon einmal auf und ich konnte damit hiermit nichts anfangen. Allein die Farbe an sich mochte ich nicht. Und heute …? Mein Geschmack hat sich verändert. Ich stehe auf helle Stoffe; Ton in Ton mit Akzenten, die farblich zu den Naturtönen passen. Nachdem ich die Werkstatt und Garage meines Mannes nach rostigen Teilen auf den Kopf gestellt hatte, wurde mit Essig und alten Stofftüchern aus der Aussteuer meiner Urgroßmutter experimentiert. Das sind die ersten Ergebnisse nach einer Woche Rostgemeinschaft und schwarzem Tee.
Morgen geht es weiter.

 


Buchempfehlung: Textile Kostbarkeiten

Wer die textilen Arbeiten von Judith Mundwiler kennt, weiß wie fein, fast grazil diese sind, weil Judith die Materialien immer mit durch-scheinenden Stoffen kombiniert.
Und genau diese Leichtigkeit ist auch in diesem kleinformatigen Bildband erkennbar. Wunderschöne Arbeiten sind gekonnt in Szene gesetzt, jede Seite ein Augenschmaus.
Obwohl ich dieses Buch als etwas überteuert empfinde, gehört es in jede Bibliothek eines Liebhabers der textilen Kunst.

Buchempfehlung: Art Quilts Vol. 2

Dieser Bildband / Katalog folgt dem sehr beliebten „Masters: Art Quilts“, der meistverkaufte Titel in der“Masters“-Serie. Es verfügt über jeweils über 12 Arbeiten von 40 international bekannten TextilkünstlerInnen, welche aus den USA, Australien, Frankreich, England und Russland kommen.
Der Katalog umfasst die führenden Trends in der textilen Kunstszene sowie deren Techniken, Materialien, Stile und Themen wie Porträts, Natur, Abstraktion, Realismus und politische Kommentare.
Dieser Bildband / Katalog wurde von Martha Sielmann, eine erbitterte Verfechterin für die textile Kunst, Geschäftsführerin der Studio Art Quilt Associates zusammengestellt.. Frau Sielmann schrieb eine Einführung zu jedem Kapitel (KünstlerIn) und kommentierte die Werke der Künstler und deren Inspirationen.

Dieser  Bildband / Katalog ist sehr zu empfehlen. Für Jeden, der sich für diese Kunstform interessiert,ist es ein unbedingtes „MUST HAVE“!

Buchempfehlung: 500 Art Quilts

Großes Lob von den Medien für diesen Bildband / Katalog „500 Art Quilts“ von Ray Hemachandra und Karey Bresenhan: „Diese Sammlung von beeindruckenden zeitgenössischen Art Quilts ist sowohl visuell als auch konzeptuell spannend. JurorKarey Bresenhan, der Präsident des Quilts, Inc. und Direktor des Internationalen Quilt-Festivals bietet eine gut durchdachte Einführung, die die Geschichte des Art Quilts wiederspiegelt. Die Werks selbst repräsentieren die Vielfalt des Mediums und die Vielzahl von Ansätzen, die mit diesem Werkstoff ergriffen werden können. Viele Quilts zeigen die schönsten Beispiele von Oberflächen-Design, während andere Arbeiten hervorragende Hand-und Maschinenarbeiten zeigen. Einer der bewegensten Aspekte der gezeigten Arbeiten ist die Vielfalt von Themen: Porträts, Landschaften, Stadtansichten, Abstrakte und vieles mehr wecken eine Vielzahl von Gefühlen und sind ein Beleg für die unbegrenzten Möglichkeiten der textilen Gestaltung.

Ich kann den Katalog bzw. Bildband sehr empfehlen.

und jedes Jahr wieder: die Weihnachtsgans

In einem Vorort von Wien lebten in der hungrigen Zeit nach dem Krieg zwei nette alte Damen. Damals war es noch schwer, sich für Weihnachten einen wirklichen Festbraten zu verschaffen. Und nun hatte die eine der Damen die Möglichkeit, auf dem Land – gegen allerlei Textilien – eine wohl noch magere, aber
springlebendige Gans einzuhandeln. In einem Korb verpackt, brachte Fräulein Agathe das Tier nach Hause. Und sofort begannen Agathe und ihre Schwester Emma das Tier zu füttern und zu pflegen.
Und so kam der Morgen des 23. Dezember heran. Es war ein strahlender Wintertag. Die ahnungslose Gans stolzierte vergnügt von der Küche aus ihrem Körbchen in das Schlafzimmer der beiden Schwestern und begrüBte sie zärtlich schnatternd. Die beiden Damen vermieden es, sich anzusehen. Nicht, weil sie beide aufeinander waren, sondern nur, weil eben keine von ihnen die Gans schlachten wollte. »Du musst es tun«, sagte Agathe, sprach’s, stieg aus dem Bett, zog sich rasend rasch an, nahm die Einkaufstasche, überhörte den stürmischen Protest und verließ in geradezu hässlicher Eile die Wohnung.
Als Agathe nach geraumer Zeit wiederkehrte, lag die Gans auf dem Küchentisch, ihr langer Hals hing wehmütig penndelnd herunter. Blut war keines zu sehen, aber dafür alsbald zwei liebe alte Damen, die sich heulend umschlungen hielten.
»Wie … wie … «, schluchzte Agathe, »hast du es gemacht?« »Mit … mit… Veronal«, wimmerte Emma. »Ich habe ihr einige deiner Schlaftabletten auf einmal gegeben, jetzt ist sie «, schluchzend, »huh … rupfen musst du sie ‚“ huh huh huh ……«, so ging das Weinen und Schluchzen fort.
Endlich raffte sich Agathe auf und begann, den noch warmen Vogel zu rupfen. Federchen um Federchen schwebte in einen Papiersack, den die unentwegt weinende Emma hielt. Und dann beschloss man, nachdem es mittlerweile spät am Abend geworden war, das Ausnehmen der Gans auf den nächsten Tag zu verschieben. Am zeitigen Morgen wurden Agathe und Emma geweckt. Mit einem Ruck setzten sich die beiden Damen gleichzeitig im Bett auf und stierten mit aufgerissenen Augen und Mündern auf die offene Küchentür. Herein spazierte, zärtlich schnatternd wie früher, wenn auch zitternd und frierend, die gerupfte Gans. Bitte, es ist wirklich wahr und kommt noch besser. Als ich am Weihnachtsabend zu den beiden Damen kam, um ihnen noch rasch zwei kleine Päckchen zu bringen, kam mir ein vergnügt schnatterndes Tier entgegen, das ich nur wegen des Kopfes als Gans ansprechen konnte, denn das ganze Vieh steckte in einem liebevoll gestrickten Pullover, den die beiden Damen hastig für ihren Liebling gefertigt hatten. Die Pullovergans lebte noch weitere sieben Jahre und starb dann eines natürlichen Todes.
von Maria Branowitzer-Rodler