Kategorie-Archiv: Projekt textiler Medien-Sonntag

Textiler Medien-Sonntag #9 – dein Mund von H. J. Schmitz

TMS dein Mund 2014-02 k

Zugegeben, ich bin ein kleiner  Lyrikbanause. Meine Freundin Luitgard hat mich mal wieder aufs Ärgste gefordert und kam als Aufgabe mit einem Gedicht, welches mir erst einmal tagelang Kopfschmerzen bereitete. Was wollte der gute Dichter Hermann Josef Schmitz mit diesem kleinen Gedicht  ausdrücken?

dein mund
war ein entkommener vogel
seine traurigen worte
wuchsen scheu
aufs papier
hinter dem wachsblauen himmel
verschwanden die kreuzungen
im geglätteten licht
standen die schilder
auf STOP

das Gedicht stimmt mich traurig. Ich stelle mir vor, dass das Gegenüber von dem Mund  schon erwartet, dass etwas Entscheidendes passiert, etwas, was ihn persönlich treffen wird – etwas, was sein tägliches Tun stoppt. Schmerz, Wahrheit, Wandel….

Textiler Medien-Sonntag #7 – Raunächte

Oh weh, ein Thema, mit dem ich nichts anfangen, mir nichts drunter vorstellen konnte. In unserer Region habe ich noch nie von Raunächten gehört, also wurde die große Suchmaschine in Gang gesetzt. Aus einigen Berichten habe ich das Wichtigste zusammengetragen:

Zur Mitte der Zwölfnächte, nämlich zu Silvester steht das Geisterreich offen und die Seelen der Verstorbenen sowie die Geister haben Ausgang. Dämonen können Umzüge veranstalten oder mit der wilden Jagd durch die Lande ziehen (zauberkundige Menschen, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatten, verwandeln sich zu dieser Zeit in Werwölfe und bedrohen in dieser Gestalt Mensch und Vieh) Überall dort, wo die wilde Jagd vorbei gekommen ist,zeigt sich draußen die Natur dick mit Raureif überzogen.
In Rauhnächten werden die Orakel befragt. Tiere im Stall sprechen um Mitternacht die menschliche Sprache; erzählen über die Zukunft – wer die Tiere allerdings sprechen höre, stirbt unmittelbar danach! Die Tiere dürfen sich an diesen Tagen aber auch über ihren Herrn beschweren. Hat er sie im letzten Jahr schlecht behandelt, wird er bestraft. Unverheiratete Frauen bieten die Rauhnächte eine Gelegenheit, um Mitternacht an einem Kreuzweg oder einem anderen magischen Ort ihren künftigen Bräutigam zu sehen. Seine Gestalt erscheint dann und geht schweigend vorüber; das Mädchen darf sie weder ansprechen noch ihnen nachschauen, weil dies den Tod bedeutet.
Rauhnächte gelten als derart gefährlich, dass sie mit Fasten und Beten begangen werden müssen. Im Haus darf keine Unordnung herrschen und es darf keine weiße Wäsche auf der Leine hängen, welche dann von Reitern gestohlen werden, um sie dann im Laufe des Jahres als Leichentuch zu benutzen. Es darf keine Wäscheleine gespannt werden, da sich in diesen die wilde Jagd verfangen könnte. Es ist jüngeren Frauen verboten, weiße Wäsche aufzuhängen, weil dann die wilde Jagd angelockt wird und die fallen dann über die Frauen her. Kinder sollen nach Einbruch der Dunkelheit auch nicht mehr alleine auf der Straße sein. Darüber hinaus darf nicht mit Karten gespielt werden. Diese Vorschriften werden von Perchten überwacht.

Nun meine Interpretation in Textil: Raunächte 2014-01-01

Nachdem ich den Text zusammengetragen und mein Skizzenbuch zur Hand nahm, hatte ich bereits Elemente im Kopf wie z. B. : alles hell durch fallenden Schnee und dennoch düster durch zerlumpte Dämonen oder durch Qualm der rauchenden Schornsteine der im Eis liegenden Häuser. Mit Raureif überzogene Hagebutten, jagende Wölfe im Tiefschnee, klirrende Kälte. Das auf ca. 35 x 35 cm zu bringen war eine Herausforderung. So sehr ich dieses Thema zunächst verfluchte, um so mehr Spaß machte sie mir, nachdem der Hintergrund bedruckt war.

Die Menschen hatten in der Mitte der Zwölfnächte Angst vor den Dämonen und der wilden Jagd, so dass sie versuchten, diese mit großem Lärm zu vertreiben. So erklärt sich wohl auch auch die Knallerei und Feuerwerk zu Silvester.

So wünsche ich allen meinen BlogleserInnen ein gutes, gesundes und friedvolles Jahr 2014! Lasst es Euch gut ergehen.

Unterschrift Ichthys

 

Textiler Medien-Sonntag #4 – Novemberfarben

Thema: November-Farben

Eine Leser-Fotografie im Göttinger Tageblatt gab den Anstoß zu diesem Thema. Aus Gründen der Eigentumsrechte und des Copyrights kann ich leider dieses ausdrucksstarke Foto hier nicht zeigen. Von der Sonne geschienen, leuchtend gelb belaubte Birken bogen sich im November-Sturm unter dem mit dicken dunklen Regenwolken behangenem Himmel. Blätter wirbeln durch den Sturm …  Novemberfarben Blog

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lasst es Euch gut ergehen Unterschrift Ichthys

Textiler Medien-Sonntag #2 – australische Buschfeuer

Thema: die diesjährigen Buschbrände in Australien

Anlass zu diesem traurigen Wochenthema war dieses Interview: http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2013-10/buschfeuer-sydney-australien-gould-interview

Für mich war es sehr schwer umzusetzen, weil ich in keinem Fall dieses unsägliche Leid und Schmerz der Tiere, das Vernichten der gesamten Habe der Menschen nicht sensationshaschend darstellen wollte. Der Eindruck beim Ansehen der Arbeit sollte den Ernst der Lage angemessen darstellen. Ich weiß nicht, ob es mir gelungen ist. Buschfeuer k

Projekt: Textiler Medien-Sonntag #1 – Lampedusa

Meine langjährige wiedergefundene Freundin Luitgard und ich haben uns einem Arbeitsprojekt gestellt: an einem jeden Sonntag wird ein Thema aufgegriffen, welches in der vergangenen Woche durch die Medien ging und uns im besonderen Maße nachdenklich werden ließ. Wir werden noch einen öffentlichen Blog über unser Projekt einrichten. Den Link erfahrt ihr später hier.

Thema: Flüchtlinge auf Lampedusa

texmeso 2013-43 Lampedusa

Unterschrift BrilleLasst es Euch gut ergehen