Archiv für den Monat: Mai 2011

TAI – April / Mai

Die Mai-Aufgabe ist bis auf das Quilten später auf dem Untergrund fertig. Die Pfingstrosen faszinieren mich in jedem Jahr aufs Neue, ebenso wie das vielfältige Grün in der erwachenden Natur. Ein Stück Birkenrinde wurde sehr heiß gedämpft und dann gepresst; sie fand ihren Platz auf dem ehemals weißen Stück Stoff.


Hier meine April-Arbeit ….

Zitat

Jeder kann wütend werden, das ist einfach.  Aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer.

(Aristoteles – griechischer Philosoph und Naturforscher)

European Art Quilt VI in Einbeck

Dank von Frau Dr. Elke Heege, der Leiterin des Einbecker Museums, etabliert sich die Quilt- und Textilkunst auch bei uns in Südniedersachsen. Immer wieder wird im Städtischen Museum Textilkunst in den verschiedenen Kunstrichtungen gezeigt und nun ist es ihr auch geglückt, die European Art Quilt VI in das kleine Städtchen zu holen; eine Bereicherung für die ganze Region.

45 Kunstwerke, welche von fünf Juroren aus 170 Einreichungen ausgewählt wurden, werden in dem alten Museum wunderbar präsentiert und es war ein Genuss, die Umsetzung der Ideen in Textil zu begutachten.  Auffallend, dass viele Künstlerinnen den Druck auf Organza favorisierten und in jeder erdenklichen Art und Weise in ihr Werk „einbauten“.

Dennoch erstaunte mich, dass zwei, drei Arbeiten schlecht gequiltet waren und wellig an der Wand hingen. Eine Arbeit war mit der Maschine regelrecht tot gequiltet; das Besondere, was die Textilkunst dem gemalten Bild weit im Voraus hat, ist die Lebendigkeit durch das Quilten. Diese an der Wand wabbernden Quilts gehören für mich nicht in eine Ausstellung und es wundert mich, dass die Juroren diese gravierenden, sichtbaren Makel durchgehen ließen. Allerdings kann es natürlich sein, dass die Juroren am PC die Quilts bewertet haben. Wie ein Quilt hängt, sieht man nur, wenn man ihn im Original vor Augen hat.

Hier muss ich sagen, dass Frau Dr. Heege als Verantwortliche der Ausstellungen der Patchwork Gilde die Arbeiten immer vor Ort hat, damit die Juroren auch die handwerkliche Ausführung in Augenschein nehmen können. Nur so können wir einwandfreie Arbeiten, die nicht nur von ihrem Thema, den Farben und Design her bestechen, sondern auch in der handwerklichen Ausführung, als Kunstwerke genießen.

Es freute mich natürlich, dass einige bekannte deutsche Textilkünstlerinnen in der EAQ VI vertreten zu sehen. Mir persönlich haben die Arbeiten von Jutta Briehn, Ineke Berlyn und Jette Clover besonders gut gefallen.

zum Shoppen nach Göttingen

Nach ewiger Zeit war ich heute mit meiner ältesten Tochter Mirja ins Städtchen zum Shoppen gefahren. Es ist ja nun nicht so, dass Göttingen total weit von unserem Wohnort entfernt liegt und wir es einfach nicht schaffen, die frauliche Seele mal baumeln zu lassen um durch die Geschäfte zu ziehen. Nein, wir fahren 5x in der Woche 10km nach Göttingen zu unserem Arbeitsplatz. Wer denkt da abends dran, wie schön gemütlich Göttingen ist!? Nein, Stalldrang ist angesagt; nur schnell nach Hause.

Nun gut, wir haben wir nun es endlich geschafft und setzten uns gleich für einen Milchkaffee vor DEM Zuckerbäcker ever: Cron & Lanz, der seine berühmten Pralinen und Baumkuchen sogar zu Kunden nach Amerika schickt. Ich musste das Schaufenster fotografieren; man kann sogar den Tresen im Laden erkennen, der beinahe anmutet, sich unter den wundvollen Torten zu verbiegen.

Pssst …. Eine Handtasche von GGL musste natürlich auch in meinen Besitz übergehen sowie ein Nagel-Sektglas ART-Edition nach Klimt Kuss II. *Räusper* meine Beute musste ich daheim erst einmal vor den neugieren Blicken verstecken ……

 

Buchempfehlung Stempel, Walzen & Schablonen

Stempel, Walzen & Schablonen

Traci Bunkers

Haupt-Verlag

ISBN 978-3-258-60027-7

Endlich gibt es ein Praxisbuch rund um das Thema Drucken und Stempeln!
Traci Bunkers erklärt die Eigenschaften verschiedener Farbmaterialien, gibt Tipps zur Materialbeschaffung und Herstellung eigener, preiswerter Druck- bzw. Stempelblöcke incl. deren Reinigung nach Gebrauch zur späteren Wiederverwendung.
Schritt für Schritt mit leicht verständlichen Beiträgen und vielen anschaulichen Fotos gibt Traci dem Leser Tipps und Tricks der beinahe unerschöpflichen Quelle ihrer eigenen Druck- und Stempelerfahrungen weiter. Allein schon die Erstellung von Druckstöcken oder Farbwalzen aus den einfachsten, in jedem Haushalt befindlichen Materialien, welche dann außergewöhnliche Drucke ergeben, sprechen für den Kauf. Am Ende des Buches lädt Traci in einer Galerie mit einem Teil ihrer Kunstwerke den Leser zu einer Inspirationsreise eigener Ideen ein.
Dieses Buch hat in seiner ausführlichen, praktischen Ausführung überzeugt und ist für mich ein Standardwerk eines jeden Papier(Scrapbook)- und Textilgestalters.

Dieses Buch verführt zum sofortigen Umsetzen des Gelesenen. Sehr empfehlenswert, gerade für diejenigen, welche in einem kreativen Loch stecken.

nachgedacht: Mörder und Richter?

Ein Mann tötet einen anderen,

und die Menschen bezeichnen ihn als Mörder,

doch wenn es der Emir ist, der ihn daraufhin töten lässt,

nennt man ihn einen gerechten Richter. Khalil Gibran

Jetzt mal ehrlich, die meisten Menschen meinen doch, dass das was Khalil Gibran hier aussagt, seine Richtigkeit hat; hier wird der Gerechtigkeit genüge getan – oder?

Aber der Emir veranlasst einen seiner Leute, welche für ihn arbeiten, einen Menschen zu töten; vielleicht macht er es ja    doch selber, was ich nicht glaube. Hohe Herren haben ihre Handlanger; war schon immer so. Wird der Emir hier nicht       doppelt schuldig? Ist der Emir ein gerechter Richter oder aber vielleicht ein Mann, der einen Mord anordnet oder ist es eine Tötung? Und was ist mit dem Mann, der die Tötung ausführen soll. Ist er ein Handlanger eines Gerechten oder eines Mörders? Macht er sich nicht auch schuldig, einen Menschen zu töten/morden? Was ist Mord – was ist Tötung? Wer gibt/gab dem Emir das Recht zu töten – oder zu morden?

Warten im Bücherregal

 

Während eines Telefonats mit meiner Freundin Luitgard suchte ich nach einem Buch, um ihr den genauen Titel mit der ISBN-Nummer zu geben. Vorab musste ich erst einmal zwei Stapel noch ungelesene Bücher an die Seite räumen, um an das gesuchte Buch heranzukommen. Anschließend stand ich etwas ratlos vor meinen überquellenden Regalen, fischte mir die Bücher heraus, die als Nächstes ihren „Neu“-Status verlieren sollen und fragte mich, welches Buch nehme ich als erstes…..

Mit dem lesenswerten Buch von Christian Seidel, welches gerade aktuell auf meinem Tisch liegt, komme ich nur langsam voran; hier lohnt es sich, nach jedem Kapitel inne zuhalten und den Inhalt noch einmal Revue passieren zu lassen. Ein ungemein tiefgründiges Lehr Buch über die verlorenden gehenden Werte unseres Lebens.

Seppelchen

keine liebevollen Bisse mehr zur Begrüßung in meine Zehen,

kein geflissentliches ´Überhören´ mehr von Frauchens Rufen,

kein Trösten mehr, wenn die Sorgen des Alltags mich überrollen,

kein Zähnefletschen oder beschützendes Knurren mehr, wenn Fremde in meine Nähe kommen,

kein gemeinsames Kuscheln auf dem großen Sofa an meinen Kniekehlen,

kein Achtgeben mehr, dass wir nicht aus Versehen auf einen kleinen Dackel treten, der uns 14 Jahre lang treu und mit der berühmten Dackelliebe auf Schritt und Tritt begleitete….

 

Mein Hund, in deine treuen Augen
hab‘ manche Frage ich versenkt,
für die nicht Menschenblicke taugen,
wo man ein Tier braucht, das nicht denkt,
die Ohnmacht auch in ihm zu sehen,
mit der wir selbst durchs Leben gehen.

Du hast mir nie ein Leid bereitet:
Das kann kein Mensch, der liebste nicht!
Nun liegt dein Leib vom Tod gebreitet,
verlöscht dein tröstend Augenlicht …
Was will mir denn wie Glück noch scheinen?
mein Hund, mein Freund: ich kann noch weinen!

Auszug aus dem Gedicht Nur ein Hund von Richard Dehmel (1863-1920)

das Wort 2011 ?

Ein Artikel von Walter Schmitt-Glaeser, der mir aus dem Herzen spricht. Ich distanziere mich ausdrücklich von der Tatsache, wie oder wodurch und über wen auch immer Herr Freiherr zu Guttenberg zu seiner Doktorarbeit gekommen ist. Dennoch  ist es unfassbar, wie unwürdig sich hier die politischen Gegner Medien an einem Menschen und seiner Familie vergangen haben! Und die Universität Bayreuth muss nachtreten, welche meiner Meinung nach kein Recht hat, diese Angelegenheit an die Öffentlichkeit zu geben; wahrscheinlich um über die eigenen Unzulänglichkeiten bei der Anerkennung hinwegtäuschen. Täuschen, das Wort 2011?

OFFENER BRIEF DES EHEMALIGEN VIZE-PRÄSIDENTEN DER UNIVERSITÄT BAYREUTH

 


Osama Bin Laden und die Amerikaner

Mit  Amerikaner meine ich nicht das Volk, sondern die Befehlshaber, die Präsidenten, die Geheimdienste, allesamt mit überzogenem Patriotismus. Nichts gegen den Patriotismus an sich. Leider sind die Amis derart von sich und ihrem Tun und Denken überzeugt, dass sie sich als eine Art Heilsbringer der ganzen Erde sehen. Wie fatal für uns alle!

Mehr auf der Seite meine Meinung

Ich muss erzählen: Mein Tagebuch. 1941-1945

 


 

von Mascha Rolnikaite

zu diesem Buch schreibt die Neue Zürcher Zeitung

Die gerettete Erinnerung: Mascha Rolnikaites litauisches Tagebuch des Überlebens

Es gibt Bücher, bei denen man weinen möchte. Man möchte weinen, auch wenn man nicht zum ersten Mal liest von dem, was hier beschrieben wird. Man möchte weinen, wenn man liest, wie ein vierzehnjähriges Mädchen von seiner Mutter und seinen kleinen Geschwistern getrennt wird. Das Mädchen kommt zur «Vernichtung durch Arbeit» ins Konzentrationslager, die Mutter, der kleine Bruder und das Schwesterchen werden in ein anderes Lager transportiert, ins Gas. Man möchte weinen, wenn man liest, wie das Mädchen im Lager mit ansehen muss, wie die SS Mütter von ihren Kindern trennt, die Kinder auf Lastwagen wirft und davonfährt. Und man fragt sich, nicht zum ersten Mal, wie ein Mensch solche Erlebnisse überleben kann, ohne daran zu zerbrechen. Mascha Rolnikaite, die junge litauische Jüdin, die durch Arbeit vernichtet werden sollte, hat überlebt. Und sie hat aufgeschrieben, was ihr und anderen widerfahren ist. Als Vierzehnjährige beginnt Mascha Rolnikaite im Juni 1941, wenige Tage nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion, Tagebuch zu schreiben. Sie notiert die letzten friedlichen Stunden des Sommers in der litauischen Hauptstadt Wilna, die ersten Bombenabwürfe deutscher Flugzeuge, die Flucht der Stadtbewohner mit den abziehenden sowjetischen Truppen, die Litauen seit 1940 besetzt hatten. Das Mädchen schreibt in ihrer Muttersprache Jiddisch, sie gehört zur grossen jüdischen Minderheit Wilnas, deren Gelehrsamkeit und Religiosität die Stadt seit dem 16. Jahrhundert den Beinamen «das litauische Jerusalem» verdankt. Die Deutschen und ihre einheimischen Helfershelfer sorgen rasch dafür, dass dieser Beiname Vergangenheit wird. Juden werden zu Hunderten gejagt, erschlagen und erschossen, nur wenigen wie Maschas Vater Hirsch Rolnikas, einem Juristen, gelingt es, mit den abziehenden sowjetischen Truppen zu fliehen. Seiner Familie, die er in den Wirren der Flucht aus den Augen verliert, glückt es nicht, Wilna zu verlassen. Die Mutter, die grosse Schwester, Mascha und die kleinen Geschwister kommen Anfang September 1941 ins Ghetto. Über sechzig Jahre sind seit dem deutschen Einmarsch in Litauen vergangen. Mascha Rolnikaite hat das Ghetto überlebt, ebenso wie die beiden Konzentrationslager Strasdenhof bei Riga und Stutthof in Westpreussen. Ihre Mutter und ihre beiden jüngeren Geschwister sind im Konzentrationslager umgekommen, den Vater und die ältere Schwester hat sie nach dem Krieg wiedergefunden. Das Mädchen Mascha ist inzwischen eine alte Frau, die als Schriftstellerin in St. Petersburg lebt und auf Russisch schreibt. Ihr Tagebuch ist zum ersten Mal aus dem Jiddischen ins Deutsche übertragen worden.

Mit diesem Tagebuch hat es eine besondere Bewandtnis: Es handelt sich um ein «erinnertes Tagebuch», wie in ihrem kenntnisreichen Vorwort die Journalistin und Baltikum-Spezialistin Marianna Butenschön schreibt. Denn Mascha Rolnikaite hat ihre Aufzeichnungen – geschrieben unter Lebensgefahr und auf jedem nur erreichbaren Fetzen Papier – aus dreieinhalb Jahren nur zum Teil retten können. Nach der Befreiung durch die Rote Armee schrieb sie das Verlorengegangene aus dem Gedächtnis noch einmal auf, nicht als nachholende Tagebucheintragung, sondern als Prosatext.

Die ursprünglichen Aufzeichnungen hat Mascha Rolnikaite nach dem Krieg vernichtet.