Seppelchen

keine liebevollen Bisse mehr zur Begrüßung in meine Zehen,

kein geflissentliches ´Überhören´ mehr von Frauchens Rufen,

kein Trösten mehr, wenn die Sorgen des Alltags mich überrollen,

kein Zähnefletschen oder beschützendes Knurren mehr, wenn Fremde in meine Nähe kommen,

kein gemeinsames Kuscheln auf dem großen Sofa an meinen Kniekehlen,

kein Achtgeben mehr, dass wir nicht aus Versehen auf einen kleinen Dackel treten, der uns 14 Jahre lang treu und mit der berühmten Dackelliebe auf Schritt und Tritt begleitete….

 

Mein Hund, in deine treuen Augen
hab‘ manche Frage ich versenkt,
für die nicht Menschenblicke taugen,
wo man ein Tier braucht, das nicht denkt,
die Ohnmacht auch in ihm zu sehen,
mit der wir selbst durchs Leben gehen.

Du hast mir nie ein Leid bereitet:
Das kann kein Mensch, der liebste nicht!
Nun liegt dein Leib vom Tod gebreitet,
verlöscht dein tröstend Augenlicht …
Was will mir denn wie Glück noch scheinen?
mein Hund, mein Freund: ich kann noch weinen!

Auszug aus dem Gedicht Nur ein Hund von Richard Dehmel (1863-1920)

2 Gedanken zu „Seppelchen

  1. Luitgard Möschle

    Liebe Ulrike,

    das tut mir ja unendlich leid! 14 Jahre sind ja eine schöne „Dackelzeit“!

    Ein Tier geht – das andere kommt:

    Unser Findus ist heute Nacht – nach einer Woche Verschwundenseins – in einem erbärmlichen Zustand (gebrochene Hüfte, schlimmer Fuß! ) wieder zurückgekommen! Von woher und was passiert ist, wissen wir nicht! Aber das ist nun auch nicht mehr wirklich wichtig: Wichtig ist: Er ist da! Wir sind überglücklich!

    Ich denke an Dich ! Liebe Grüße Luitgard

  2. admin Artikelautor

    Liebe Luitgard,
    vielen Dank für dein Mitgefühl; ich vermisse ihn sehr, selbst unser Collie.

    Ich wollte dich bei unserem Telefonat am Samstagmittag noch nach Findus fragen; es tut mir sehr Leid, dass er so verletzt ist. Da war bestimmt ein Auto schuld.
    Herzliche Grüße
    Ulrike

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