European Art Quilt VI in Einbeck

Dank von Frau Dr. Elke Heege, der Leiterin des Einbecker Museums, etabliert sich die Quilt- und Textilkunst auch bei uns in Südniedersachsen. Immer wieder wird im Städtischen Museum Textilkunst in den verschiedenen Kunstrichtungen gezeigt und nun ist es ihr auch geglückt, die European Art Quilt VI in das kleine Städtchen zu holen; eine Bereicherung für die ganze Region.

45 Kunstwerke, welche von fünf Juroren aus 170 Einreichungen ausgewählt wurden, werden in dem alten Museum wunderbar präsentiert und es war ein Genuss, die Umsetzung der Ideen in Textil zu begutachten.  Auffallend, dass viele Künstlerinnen den Druck auf Organza favorisierten und in jeder erdenklichen Art und Weise in ihr Werk „einbauten“.

Dennoch erstaunte mich, dass zwei, drei Arbeiten schlecht gequiltet waren und wellig an der Wand hingen. Eine Arbeit war mit der Maschine regelrecht tot gequiltet; das Besondere, was die Textilkunst dem gemalten Bild weit im Voraus hat, ist die Lebendigkeit durch das Quilten. Diese an der Wand wabbernden Quilts gehören für mich nicht in eine Ausstellung und es wundert mich, dass die Juroren diese gravierenden, sichtbaren Makel durchgehen ließen. Allerdings kann es natürlich sein, dass die Juroren am PC die Quilts bewertet haben. Wie ein Quilt hängt, sieht man nur, wenn man ihn im Original vor Augen hat.

Hier muss ich sagen, dass Frau Dr. Heege als Verantwortliche der Ausstellungen der Patchwork Gilde die Arbeiten immer vor Ort hat, damit die Juroren auch die handwerkliche Ausführung in Augenschein nehmen können. Nur so können wir einwandfreie Arbeiten, die nicht nur von ihrem Thema, den Farben und Design her bestechen, sondern auch in der handwerklichen Ausführung, als Kunstwerke genießen.

Es freute mich natürlich, dass einige bekannte deutsche Textilkünstlerinnen in der EAQ VI vertreten zu sehen. Mir persönlich haben die Arbeiten von Jutta Briehn, Ineke Berlyn und Jette Clover besonders gut gefallen.