Liebe ich mich ?

Wie jeden Tag durchforste ich meine abonnierten Gruppen in Facebook und Instagram. Ich lese gerne Artikel in diversen Blogs und freue mich über Newsletter, weil ich wirklich am Real-Live interessiert und offen für Alles und Jeden bin. So auch die einen oder anderen Lebensweisheiten; manche merke ich mir, um diese bei passenden Gelegenheiten weiterzutragen. Nur bei einem Thema sehe ich mittlerweile rot und hier springt mir quasi der Draht aus der Mütze: „LIEBE DICH SELBST“. Ob es Key Influencer aller Couleur, erleuchteten „Heilern“, Yogis, Heile-Welt-Blogs oder Prominente sind, dieser Satz ist inzwischen in aller Munde und wird einem wohlwollend ans Herz gelegt. 

Dieser Netzfund spricht für sich und hält den Wohlfühl-Ratgebern einen Spiegel vor. Der gute Hirschhausen behauptet sogar, dass nur dann die Anderen dich gern haben werden, wenn du dich selbst liebst. Was für eine Ausgeburt an Schwachsinn. Setzen diese selbsternannten Spezialisten des Wohlfühlens auch mal ihren Verstand ein? Unfassbar…, kein Wunder, dass unsere Gesellschaft immer mehr aus Mitmenschen besteht, die nicht in der Eigenverantwortung stehen wollen, weil sie ihre Aufmerksamkeit ausschließlich auf sich selbst richten, und damit mehr als genug zu tun haben. 

Wird hier nicht die Liebe als Solches degradiert und verwechselt mit einem gesunden Selbstbewusstsein?  Dabei wird anders ein Schuh draus: nur wer fähig ist, uneigennützige Liebe weiterzugeben, wird ein erfüllter und glücklicher Mensch sein.

Ich persönlich halte mich an die Nächstenliebe, wie Christus sie uns lehrt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Wenn Alle diesem Leitsatz befolgen würden, sähe die Welt keine Kriege, Verbrechen, Morde, Vergewaltigungen oder Hass… Das fängt bei uns im Kleinen an! Denn es ist dann kein Platz mehr für Selbstbeweihräucherungen aller Art, einfach nur, weil man auf den Nächsten achtgibt; auch um uns selbst wird sich gekümmt. Niemand steht außen vor. 

Übrigens: selbstverständlich hat dieser „Liebe dich selbst-Satz“ bei psychisch Erkrankten seine Gültigkeit und ist ein wichtiger Baustein für Therapie und dem persönlichen Selbstverständnis.

Lasst es euch gutgehen, auch beruflich 😉   

 

Verantwortung und der freie Wille

Jeder einzelne erwachsene Mensch ist für sich selbst verantwortlich und trägt auch die Verantwortung für sein Leben.

Hängt es doch meistens von unseren Entscheidungen ab, wo der Weg in unserem Leben langläuft. Ja, das Leben kann uns auch in die Knie zwingen und wir müssen oftmals tiefe Täler durchschreiten. Es gibt Zeiten, in denen wir traurig und missvergnügt sind und den Anderen mit unserem Verhalten vielleicht auf den Keks gehen.  Alles was wir tun und sprechen entspringt dem Geschenk des freien Willen; was die Anderen vermeintlich sehen/hören und für sich auslegen, ist allein ihr Problem und liegt nicht in unserer Verantwortung.

die Gedanken sind frei (?)















Eben fiel mir durch Netzhopping diese „Weisheit“auf, weil ich persönlich in der Vergangenheit es zweimal erlebt habe, wie starke Gedanken (Wünsche) von mir plötzlich Realität wurden.
In der Tat werden Gedanken in unserer westlichen Welt ignoriert, weil sie ja vermeintlich Niemanden etwas tun; man kann es schließlich nicht beweisen. Beweisen, das Wort der Wissenschaft… aber das ist ein anderes Thema.
Es gibt ein Sprichwort, dass ich schon von meiner Urgroßmutter (*1894) hörte: Überlege gut, was du dir wünscht, es könnte in Erfüllung gehen. Ich bin heute überzeugt davon: Gedanken sind mächtig – im positiven Sinn aber auch im negativen Sinn.
Ein ganz bekannter Spruch lautet: „er/sie kämpft mit seinen/ihren Dämonen“…
finde den Zusammenhang.

 In diesem Sinne: haltet eure Gedanken im Reinen.

Wohlstandsgesellschaft

Morgens, auf dem Weg zur Arbeit. Ich hänge meinen Gedanken nach, was der Tag wohl für mich bereithält – öhm, was frau beim Autofahren eigentlich tunlichst unterlassen sollte. Das Autoradio forderte meine Aufmerksamkeit ein, als die ersten Takte von diesen Song von Sido und seinem Astronauten ertönte. Nicht nur, dass es bei mir den schläfrigen Ohrwurm weckte, nein, ich mag den Text, den Sido zwischen dem Refrain (gesungen von Andreas Bourani) rappt. Nun gut, das Deutsch und die Ausdrucksweise ist eben typisch Sido; aber ich mag auch diesen lässigen Jargon, der uns quasi mit erhobenem Finger die Gleichgültigkeit und Oberflächlichkeit unserer Wohlstandsgesellschaft vor Augen führt und auch mich sehnsüchtig werden lässt, dem allen entfliehen zu wollen. Wie gut, dass wir noch träumen können 🙂

Wir sollten uns vielleicht doch einmal ernsthaft den Text durch den Kopf gehen lassen

hier Ausschnitte aus „Astronaut“ Sido feat. Andreas Bourani 

(Sido) Wir laufen rum mit der Schnauze voll, die Köpfe sind leer,
sitzen im Dreck bis zum Hals, haben Löcher im Herz,
ertränken Sorgen und Probleme in nem Becher voll Wein,
mit einem Lächeln aus Stein, uns fällt nichts Besseres ein,
wir ham morgen schon vergessen, wer wir gestern noch warn
ham uns alle vollgefressen und vergessen zu zahln,
lassen alles stehn und liegen für mehr Asche und Staub,
wir wolln alle, dass es passt, doch wir passen nicht auf,
die Stimme der Vernunft ist längst verstummt, wir hörn sie nicht mehr,
denn manchmal ham wir das Gefühl, wir gehörn hier nicht her,
es gibt kein vor und kein zurück mehr, nur noch unten und oben,
einer von Hundertmillionen, ein kleiner Punkt überm Boden.
Ich heb hab!
Strophe 2 (Sido) …Im Dunkeln der Nacht, hier oben ist alles so friedlich,
doch da unten geht’s ab,
wir alle tragen dazu bei, doch brechen unter der Last,
wir hoffen auf Gott, doch ham das Wunder verpasst,
wir bauen immer höher, bis es ins Unendliche geht,
fast 8 Milliarden Menschen, doch die Menschlichkeit fehlt,
von hier oben macht es alles plötzlich gar nichts mehr aus,
von hier fühlt man keine Grenzen und die Farbe der Haut,
dieser ganze Lärm und nichts verstummt, ich hör euch nicht mehr,
langsam hab ich das Gefühl ich gehöre hier her,
es gibt kein vor und kein zurück mehr, nur noch unten und oben,
einer von Hundertmillionen, ein kleiner Punkt überm Boden.

Bridge (Andreas Bourani): Und beim Anblick dieser Schönheit, fällt mir alles wieder ein, sind wir nicht eigentlich am leben, um zu lieben und zu sein, hier würd ich gern für immer bleiben, doch ich bin ein Wimpernschlag, der nach 5 Milliarden Jahren nicht viel mehr zu sein vermag.