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Was soll man in der Öffentlichkeit von sich preisgeben, ohne nackt dazustehen? Deshalb nur in Kürze ein wenig persönliches.

Mittlerweile habe ich 60 Jahre Lebenszeit überschritten, was nicht heißen soll, dass ich nun eine klischeehafte Großmutter mit Dauerwelle und beigem Popeline-Mantel bin. Nein, keinesfalls. Im kommenden Jahr werde ich nach 48 Jahren Berufstätigkeit im klinischen Bereich in den Ruhestand gehen  – kein Grund, den Schlendrian einkehren zu lassen, im Gegenteil. Dann werden Träume erfüllt, die mir im 2. Lebensabschnitt versagt blieben, weil ich neben den fehlenden finanziellen Mitteln und meiner Berufstätigkeit stets meinem Mann und meinen Kindern den Rücken freigehalten habe. Ich werde den psychologischen Weg einschlagen, wo ich meine reiche Lebenserfahrung mit einfließen lassen kann. Hat man diese Frauen doch früher „weise Frau“ genannt.  Sapere aude – wage es, weise zu sein – nehme ich so für mich in Anspruch. Dieses „weise“ betrifft das Leben in seiner ganzen Vielfalt und nicht den  speziell bildungstechnischen Zweig. Ich möchte einfach Hilfesuchenden, Gestressten, Verzweifelten mit Rat zur Seite stehen und evtl. ihnen neue Wege aufzeichnen, um wieder zu sich selbst zu finden. So werde mich dahingehend noch weiter ausbilden lassen.

SEIT ich denken kann, trieb mich die Frage nach  dem „warum werden Menschen geboren, wenn sie wieder sterben müssen? Warum ist das Leben so ungerecht, warum gibt es Reich und Arm, warum werden Lebensmittel verschwendet, wenn andererseits Menschen verhungern? Warum ist der Eine behindert und der Andere springt vergnügt durch die Gegend?“ Das war für mich in der Jugend- und jungen Erwachsenenzeit ein existenzielles Thema und ließ mich oft nicht schlafen. Noch heute ist das Wort WARUM der Begleiter meines Lebens 🙂

 Grundsätzlich bin ich kein leichtgläubiger-  aber ein vielseitig interessierter Mensch. Auf Themen aus Unterhaltungen und Diskussionen lasse ich mich gerne ein, aber meistens lege ich sie dann ad acta.  

Triggert mich allerdings ein Thema an, fange ich zu recherchieren, Fakten und Meinungen zu sammeln, um dann alles miteinander zu vergleichen. Ich lehne es grundsätzlich ab, Gesagtes oder Meinungen als gegeben hinzunehmen, ohne sich eingehend mit einem Thema auseinander zusetzen, genau wie ich nichts ablehne oder verteufele, worin ich keine genaue Kenntnis oder Erfahrung gemacht habe. Einer meiner Lieblingszitate von I. Kant lautet: Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.

Bedingt durch eine brisante familiäre Situation begab ich mich Mitte 20 auf eine spirituelle Reise. Mir nahestehende Verwandte, welche sich einer christlichen Gemeinde zugehörig fühlen, behaupteten, dass Bücher wie z.B. von Harry Potter durch den Teufel inszeniert wären und dass Ying und Yang christlich gesehen zu verwerfen ist. Da mir mein Bauchgefühl  und mein Verstand etwas anderes signalisierten, begab ich mich auf eine 2-jährige spirituelle Studienreise. Meinen Reiseweg und die daraus resultierenden Erkenntnisse hier wiederzugeben, würde den Rahmen sprengen. Kurz erwähnt sei jedoch, dass ich mich auch mit den fernöstlichen Religionen, dem Islam, der Thora, diversen Sekten und Glaubensrichtungen, den Göttern der damaligen Kulturen, den Lehren der alten Philosophen wie Platon Pythagoras, Origenes, Konfuzius u.a.m. eingehend beschäftigt habe, ließ aber auch die alte Kirchengeschichte nicht außer Acht. Es war für mich eine sehr intensive, wertvolle Zeit. Mein Resümee dieser Studienreise möchte ich wie folgt zusammenfassen: alle Religionen und Glaubensrichtungen sind wie die Speichen eines Wagenrades; sie laufen bzw. enden alle in die Radnabe – in die Mitte des Zentrums, zu GOTT, der großen Intelligenz, dem Weltenlenker, der Macht des Universums. Und wenn man GOTT als solches anerkennt, erkennt man auch seinen einzigen Sohn an. GOTTes Sohn hat während seiner Erdenreise den Menschen immer wieder Liebe und Frieden nahegelegt. Er ist der Friedensfürst.

Letztendlich sei gesagt, dass ich ein überzeugter konfessionsloser Christ geworden bin. Und ich weiß, dass das Erdenleben nicht endlich ist; es geht weiter…