Bibel-Werkstatt

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Die Bibel ohne Dogma und ohne verweltlichter Symbolik, sondern in ihrer tiefen Botschaft für Jeden verständlich zu machen, ist mein Anliegen.
Wenn ich hier von meiner Bibel-Werkstatt schreibe, dann hat es einen einfachen Grund: Ich möchte einen Raum schaffen, in den man ohne vorgefertigte kirchlich stilistisch festgelegte Deutungen, Dogmen oder Schablonen hinschauen darf, was die Bibel tatsächlich ausdrücken will – im Licht ihrer Ursprünge, ihrer Überlieferung und ihrer geistigen Tiefe.
Die Bibel an sich ist für mich ein höchst geistiges Werk, ein Leitwerk – für unser Leben hier auf der Erde bis hin in die Ewigkeit.
Wir leben heute in einer Zeit, in der vieles durcheinandergeht – Meinungen, Deutungen, Vorstellungen – ja, auch die mannigfaltigen Übersetzungen und menschlichen Auslegungen der heiligen Schriften. Und manches, was im Umlauf ist, hat mit der ursprünglichen biblischen Botschaft nur noch wenig zu tun. Für mich war die Botschaft (sei es im Konfirmationsunterricht vor 55 Jahren oder in den Predigten) immer schwer verständlich, teilweise unlogisch, zu wenig erklärt oder so dargestellt, dass sie immer Fragen aufwarf als Orientierung gab.
Hinzu kommt, dass Teile der modernen Theologie die Aussagen der Bibel immer stärker als reine Symbolik darstellen. Für mein Verständnis führt dies dazu, dass die klare Botschaft des Neuen Testaments und die Lehre Jesu Christi in ihrem Sinn entleert werden. Mein Anliegen ist es dagegen, biblische Texte fundiert und aus ihrem Zusammenhang heraus zu erläutern – auch wenn eine solche Herangehensweise heute dann mitunter vorschnell als „sehr fromm“ bezeichnet wird.
Nun, ich bin in jedem Fall niemand, der immer mit den Wölfen heult, obwohl sich innerlich alles querstellt.
Dankbar bin ich dafür, dass wir heute über die künstliche Intelligenz direkt auf die hebräischen und griechischen Urschriften zurückgreifen können und somit sprachliche Fragen schnell und zuverlässig prüfen, ohne eigene Gedanken oder Einstellungen in die Texte hineinzutragen, den Kern der Überlieferung klarer erkennen und darauf vertrauen können, dass das, was wir weitergeben, wenigstens annähernd die Aussagekraft der heiligen Schriften trifft.
Auch deswegen wird es gleichzeitig leichter, sich gedanklich in die damalige Zeit hineinzuversetzen: Wer waren die Menschen, von denen die Bibel berichtet? Wie lebten sie? Wie sah ihr Alltag aus? Wie zeigte sich ihre geistige Berufung konkret in ihrem Leben? Wer folgte ihnen – und warum? Wie entwickelte sich das Volk Israel in seinem geschichtlichen und geistigen Weg? Über viele Jahrhunderte hinweg sind Informationen weitergegeben, ausgelegt, ergänzt und teilweise auch fragmentiert worden.
Darum erscheint mir wichtig, wenigstens zu versuchen, einen roten Faden zu legen, was über lange Zeiträume hinweg verdeutelt oder gar auseinandergerissen wurde. Je besser wir Sprache, Geschichte und kulturellen Zusammenhang verstehen, desto klarer wird unsere Sicht auf die Botschaften.
In den folgenden Beiträgen und Predigten habe ich biblische und historische Zusammenhänge zusammengetragen – immer mit dem Wunsch, dass die Besuchenden der Gottesdienste die gesprochenen Worte nachvollziehen können und die Botschaft verständlich wird. Dies ist die Aufgabe, der ich meine verbleibende Lebenszeit widmen möchte, in Dankbarkeit für die Gabe, die mir mit ins Leben gegeben wurde.
Ich glaube nicht, dass GOTT uns etwas gegeben hat, das grundsätzlich unverständlich bleiben muss. Er hat uns Verstand, Logik und Fähigkeiten geschenkt, damit wir Wahrheit erkennen können, wenn wir ihr begegnen.
Beim Zusammentragen der ganzen Informationen gehört für mich auch das Buch Henoch. Diese sehr frühen Schriften waren im antiken Judentum bekannt und wurden auch im frühen Christentum als selbstverständlich gesehen. Im Judasbrief findet sich sogar ein direkter Bezug auf das Buch Henoch. Vollständig erhalten blieben diese Texte heute vor allem in der Überlieferung der äthiopisch-christlichen Kirche. Bereits in vorchristlicher Zeit bestanden über Ägypten und das Rote Meer rege Handelsbeziehungen zwischen Israel und dem ostafrikanischen Raum. Über diese Handelsrouten gelangten jüdische Gemeinschaften, religiöse Traditionen und Schriften in die Region. Auch das Christentum erreichte auf diesem Weg sehr früh das Reich von Aksum, das Teile des heutigen Äthiopien und Eritrea umfasste. In der dortigen Kirche wurden einige dieser sehr frühen Texte weiterhin geschätzt, bewahrt und überliefert, auch wenn sie in anderen Teilen der Kirche später nicht in den biblischen Kanon aufgenommen wurden. Dadurch blieben in der äthiopischen Überlieferung auch sehr alte jüdische Schriften erhalten, die andernorts im Laufe der Jahrhunderte verloren gingen.
Für mich stehen diese Schriften im Zusammenhang mit dem, was die Propheten ausgedrückt haben und was im Neuen Testament an vielen Stellen anklingt, jedoch oft nicht ausführlich erklärt wird (möglicherweise auch deshalb, weil Schriften wie das Henochbuch zur damaligen Zeit bekannt waren und genutzt wurden – vieles setzte daher ein gemeinsames Verständnis voraus und wurde meines Erachtens deshalb nicht jedes Mal neu erklärt). Manche Zusammenhänge, die dort nur angedeutet sind, erscheinen hier klarer und zusammenhängender dargestellt. In diesem Sinn bilden diese frühen Zeugnisse für mich einen Teil einer geistigen Überlieferungslinie, die sich durch die Geschichte hindurch erkennen lässt.
In diesem Zusammenhang gehört für mich auch die Geistige Loge Zürich dazu. Für mich ist sie keine neue Lehre und keine Konkurrenz zur Bibel, sondern eine Quelle, aus der über Jahrzehnte hinweg Worte empfangen wurden, die nicht aus rein menschlicher Überlegung entstanden sind. Alle dieser Durchgaben wurden mitgeschrieben, aufgezeichnet und dokumentiert. Diese Worte stehen für mich als das, was Johannes den „Geist der Wahrheit“ nennt – ein Wirken des Heiligen Geistes, den Beistand, den Tröster, den Geist der Wahrheit, der wie versprochen immer wieder Menschen erreicht.
Ein bekanntes Beispiel dafür ist Hildegard von Bingen. Sie sagte ausdrücklich, sie schreibe nicht aus sich selbst, sondern gebe nur weiter, was ihr gezeigt wurde. Sie ist nicht die Einzige. In vielen Zeiten gab es Menschen, die ihre Worte nicht als eigene Gedanken verstanden, sondern als empfangene Erkenntnis. Wenn ich die biblischen Aussagen über den Geist der Wahrheit mit solchen Überlieferungen vergleiche, erkenne ich DIE Verbindung.
Wer bereit ist zu hören, achte auf das, was der Geist den Gemeinden sagt.
Offenbarung 2,7
Grundsätzlich will ich Niemanden überzeugen oder gar zu meiner Sicht bekehren – darum geht es nicht!
Ich will Andere ermutigen, für einen Moment die kirchlich-dogmatische Traditionsbrille abzulegen und selbst zu prüfen: mit Verstand, mit Logik, mit innerer Wahrhaftigkeit und mit dem Mut, Dinge neu zu beurteilen.
Und so stehe ich mit meinem Gewissen allein nur vor GOTT dafür ein, dass das, was hier entsteht – nicht als Lehre, sondern als Ergebnis meiner tiefen Recherchen und der daraus entstandenen Überzeugung zu verstehen ist.
Die Bibel-Werkstatt ist ein unabhängiges Projekt für biblisches Verständnis, geistige Hintergründe und Quellenarbeit.
Sie steht außerhalb kirchlicher Prinzipien und Lehren und dient ausschließlich der persönlichen Weitergabe.
